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Schwanger? Gallenstein? Raucher? Längerer Infekt? Arteriosklerose? Dauermedikamente? Blut-hochdruck? Rückenschmerzen? Öfters Alkohol? Schnupfen? Zahnschmerzen? Ekzem? Asthma? Neurose? Harmlose Blinddarmoperation? Rheuma? Husten? Fieber? Knochenbruch? usw .. .usw.....
Dann ist erst mal Schluß mit Fliegen,
denn jetzt bestehen Zweifel, ob du noch flugtauglich bist ( siehe JAR-FCL 3.040 a ...)
Alles Panikmache?!“
(„Dieses Schlagwort habe ich im Vorfeld dieser meiner Aktion schon öfters gehört. Und ich hoffe für uns alle wirklich, daß diese Optimisten letztlich recht behalten werden und so was wie gesunder Menschenverstand und Toleranz in der Auslegung des wirklich gnadenlosen Gesetzestestes in den folgenden Jahren - zu unser aller Freude - die Oberhand behält.)
Aber,
für uns Sportflieger fast völlig unbemerkt hat sich seit Mai 2003 ein unwirklich scheinendes, aber für unseren so geliebten Sport, hochbedrohliches Bürokratiemonster eingenistet. Wir sind dadurch alle in unserem eigenen Urteilsvermögen betreffs unseres Gesundheitszustandes mit konsequenter Perfektion praktisch bereits entmündigt worden!
Nachdem unsere fliegerischen Freiheiten - schon seit Jahren räumlich durch eine Luftraumbeschränkung nach der anderen - zunehmend immer enger werden, nachdem selbst Schnupperflüge schnell eine 100 Euro teure Fliegertauglichkeit voraussetzen, hat uns jetzt „JAR-FCL 3 DEUTSCH“ in erschreckend deutscher Weise eingeholt Wie gegen Spams im Internet - keiner nahm sie zunächst ernst - so werden wir vermutlich dagegen bald völlig machtlos sein, wenn wir uns nicht endlich gemeinsam wehren lernen.
Beim Immer-Wieder-Lesen des genauen Wortlauts - und die Juristen werden sich daran halten - komme ich bis heute noch nicht aus dem Staunen heraus. Es weiß offenbar nur noch kaum einer, was sich da wirklich in den Köpfen unseres Obrigkeitsstaats mal wieder Erschreckendes zusammengebraut hat! Denn nur noch „total gesunde“ Piloten bekommen nach den neuesten und wortwörtlich zu verstehendenden Gesetzesregeln problemlos die Fliegertauglichkeit bescheinigt. Praktisch jede - auch von jedem normalen Menschen als unbedeutend empfundene Gesundheitsstörung muß ab sofort vom - letztlich auch entmündigten - Fliegerarzt, der übrigens neuerdings kaum mehr sehr viele eigene Kompetenzen hat, in einem haarklein geregelten formellen Papierkrieg in Richtung LBA gemeldet werden. Mal dort angekommen, dauert es........ Und die deutschen Mühlen dauern ganz schnell monatelang, weil die wenigen zugelassenen medizinischen Gutachter bald hoffnungslos überfüllt sein werden und es heute schon sind. Währenddessen darfst du als Pilot die so geliebten Wolken - mangels ruhender Tauglichkeit - nur noch von unten sehen. Und du darfst nur hoffen, daß du eine Ausnahmegenehmigung (oft mit Auflagen versehen versteht sich!) irgendwann mal wieder in Händen hast Ich weiß von mehreren Fliegerärzten, die - als Folge davon - ihren Barfuß-Fliegerarztjob bereits hingeschmissen haben (Gerüchte sprechen von über 25%!). Und vielleicht gibt es dann irgendwann den hauptberuflichen Fliegerarzt demnächst für dich erst in 100 Kilometer Entfernung. Du aber darfst auch jetzt schon alles selber bezahlen, jede Menge Formulare unterschreiben und dann irgendwann bei einem Obergutachter antanzen, der sicher gerade eben nicht in deiner unmittelbaren Nachbarschaft auf dich wartet und dem du persönlich völlig egal bist. Das kostet dich natürlich bestimmt einen Urlaubstag zum Hinfahren. Du wirst dann teuren Spezialuntersuchungen unterzogen (oder gar auf die nächste Warteliste gesetzt), denn nur ganz bestimmte, vom LBA zugelassene - und damit natürlich auch wieder teure - Spezialisten, dürfen deinen Fall dann noch beurteilen.
Und nach allem bekommst du deinen heißgeliebten Schein eventuell dann doch nicht. Der totale medizinische Überwachungsstaat, er ist in Gestalt von „JAR-FCL 3 DEUTSCH“ für uns Privatpiloten bereits Wirklichkeit! Anders ist JAR-FCL 3 DEUTSCH“ eben nicht gestrickt.
Insbesondere die Mehrheit unserer älteren Fliegerkameraden, von denen sicher - nach meiner Hausarzterfahrung - eigentlich jeder irgendeine, ganz genau jetzt zu überprüfende und fragliche Gesundheitsstörung bereits hat, sind deshalb schon heute - nach dem Buchstaben dieses menschen-feindlichen Gesetzes - längst gegroundet.
Sie wissen es nur alle noch nicht oder der bisherige Fliegerarzt um die Ecke hat Gnade vor Recht ergehen lassen, oder er hat sich davor gescheut, bald nur noch unbeliebt zu sein. Genau dies wird ihm nämlich passieren, wenn er sich peinlich genau an das Gesetz hält. Ich jedenfalls bin froh, kein Fliegerarzt zu sein.
Wie weit dies tatsächlich geht, das solltet ihr alle ganz dringend - zu euerem eigenen Schutz - auch mal im aerokurier 06/2004 auf Seite 34 ff. nachlesen. Helga Kleisny hat es dort mit anderen Worten hervorragend zusammengefaßt. Sie hat im Grunde dasselbe erkannt. Ihr Artikel hat mich aufgerüttelt.
Dasselbe gilt für den Leitartikel des aerokuriers 7/04, in welchem sich Volker K. Thomalla als Chefredakteur desselben Themas angenommen hat.
Aber inzwischen scheinen wir Segelflieger wieder mit einem stillen und hilflosen Schulterzucken eingeschlafen zu sein. Informiert euch zumindest vor dem nächsten Fliegerarztbesuch!
Naivität kann nämlich jetzt deinen Schein kosten. Auch ihr werdet aus ungläubigem Staunen bald nicht mehr herauskommen.
Die Bestimmungen dieses Krebsgeschwürs unterscheiden sich praktisch nicht von den Gesund-heitsforderungen, die an einen 747-Jumbo-Kapitän gestellt sind!!!
( Wobei ich die Strenge in diesem Fall noch durchaus verstehen kann.)
Ein Beispiel?
Bei vielen „Krankheiten“, so auch bei einer problemlosen Schwangerschaft, ruht die Flugtauglichkeit sofort und muß wiedererlangt werden. Oder nach einer einfachen und komplikationslosen Blinddarmoperation ruht sie - lange nach deiner Entlassung - mindestens 3 lange Monate!! (Als Arzt frage ich mich, was das soll? Denn ich habe in 40 Jahren meines Berufes noch nie davon gehört, daß nach einer solchen OP irgendwo ein Bauch plötzlich geplatzt sei oder ähnliches.)
Und das ist nur der Anfang!
Du mußt jetzt schon „unverzüglich“ - also sicher vor dem nächsten Start - den Fliegerarzt einschalten und nach deiner noch vorhandenen Tauglichkeit fragen (3040 c),
- wenn du 12 Stunden im Krankenhaus warst, Dauermedikament verordnet bekommst, (eigentlich schon bei jedem eingenommenen Medikament),
- wenn dir eine Brille verordnet wurde (auch wenn diese nagelneu angepaßt ist!),
- wenn du z.B. Knochen gebrochen hast,
- wenn dein Hausarzt eine Wunde genäht hat oder noch schlimmer,
- wenn er eine simple „invasive Maßnahme“ an dir vorgenommen hat.
(Genau so steht es im Gesetz!) Dies ist nach medizinischer Definition z.B. auch eine simple Impfung oder irgendeine andere Spritze.
Noch nicht genug??? Aber bitte sehr:
Schriftlich sogar mußt du den Fliegerarzt unterrichten ( 3.040 d ) - und die Tauglichkeit gilt als aufgehoben, bis du nach der Krankheit untersucht und gnädig wieder für tauglich befunden wirst -
- wenn du mehr als 21 Tage krank bist (was spielt keine Rolle!),
- wenn du dir z.B. irgendeinen Knochen gebrochen hast oder - es ist kaum zufassen -
- wenn du schwanger geworden bist.
Jede Menge allgemein gehaltene, für uns Betroffene sehr negative „Könnte-Bestimmungen“ lassen es durchaus zu, eigentlich prinzipiell erst einmal jedem die Fliegertauglichkeit zu untersagen, (siehe dazu meine Schlagzeile!) Denn wer „könnte“ nicht tief in seinem Körper oder in seinem Geist verborgen aktuell irgend etwas gar schrecklich Unbekanntes haben, das plötzlich zum Verlust seiner Fähigkeit, nämlich ein Luftfahrzeug nach den Regeln des Gesetzes zu steuern, führen „könnte“? Bei einem seit Jahren - vielleicht unbekannten - stummen Gallenstein zum Beispiel, ist sofort Schluß mit Fliegen, denn der „könnte“ natürlich jederzeit auch in der Luft eine Superkolik machen. (Läßt du ihn rausoperieren, bist du mindestens 3 Monate danach am Boden, es sei denn du stehst für eine Sondererlaubnis an!) Ähnliches gilt für jemanden mit Rückenschmerzen, was jederzeit zu einem Bandscheibenvorfall mit Lähmungen fuhren „könnte“ und für Kopfschmerzen, die natürlich die Vorboten einer plötzlichen Gehirnblutung sein „könnten“. Solche Gefahren müssen alle auf eure Kosten natürlich und - nach den Buchstaben dieses Gesetzes - erst mal peinlich genau ausgeschlossen werden.
Arteriosklerose ist eine allgemein bekannte und verbreitete erworbene Blutgefäßerkrankung!
Eine Alterserscheinung schlechthin. Das hat doch jeder ab 40 Jahren irgendwo in seinen Gefäßen. Sie „könnte“ rein prinzipiell jederzeit und bei jedermann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen und dies geschieht tatsächlich überall zehntausendfach! Wer so was haben „könnte“ ist erst mal fluguntauglich! Also ist nach dem Gesetzestext (JAR-FCL 3.110 b) ist erst mal Schluß mit selber fliegen!
Einer, der täglich Alkohol (gleichgestellt mit anderen Drogen!) trinkt - und solche gibt es doch jeden Menge in der allgemeinen Bevölkerung - „könnte“ bereits ein Alkoholiker sein. Bis zur Klärung darf prinzipiell auch der nicht mehr Fliegen. Du hast richtig gelesen, du mußt neuerdings dann nachweisen, daß du kein Alkoholiker bist. Dieses Gesetz hat dafür sogar peinlich genaue Regeln vorgesehen und bis du diese erfüllen kannst, ist so viel Zeit vergangen, daß du wegen deiner dann fehlenden - auch vorgeschriebenen Flugpraxis - von vorne anfangen wirst. Dein Schein wird verfallen sein!
Weiter?
Ein einfacher Schnarcher „könnte“ an einem sogenannten Schlafapnoesyndrom leiden, mit schrecklichen Konzentrationsstörungen und entsprechend entsetzlichen Folgen für die allgemeine Luftfahrt, etc... etc... etc...
All das führt jedenfalls erst mal - bis zur Klärung des Gegenteils - zur Untauglichkeit. Die mir als Arzt jetzt mögliche weitere Aufzählung solcher potentiellen Leiden ( meine Schlagzeile zeigt nur Beispiele!) würde fast jeden Leser nach wenigen Minuten in den eigenen Spiegel sehen lassen. Den hier geforderten flugfähigen „gesunden Menschen“, den gibt es nämlich ab etwa ca. 45 Lebensjahren überhaupt nicht. Es gibt nur sehr, sehr viele, die noch nicht gründlich genug untersucht sind.
Oder anders formuliert:
Nach über 3 Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit finde ich bei gründlicher Untersuchung bei mindestens 4 von 5 untersuchten über 45 - jährigen mit Sicherheit eine Störung, die zunächst mal ihre Flugtauglichkeit nach den Buchstaben dieses Gesetztes fraglich sein läßt und damit stoppt, bis nach einer supergründlichen Untersuchung vielleicht - wie eine Begnadigung versteht sich - eine Ausnahme gemacht werden kann.
So ist das!
Ist das Leben schlechthin - nach meiner Meinung - nicht von Natur aus ein Risiko? In „JAR-FCL 3 DEUTSCH“ ist aber tatsächlich erst mal schlicht jegliches Risiko (und damit das Leben an sich!?) für die problemlose Bestätigung der Tauglichkeit ausgeschlossen.
Verstehe das, wer will.
Ich glaube, die wenigsten haben dieses Riesenmonster mal wirklich genau und mit ausreichend medizinischem Sachverstand durchgelesen. Ich selbst habe viele Tage - mit einigen dazwischenliegenden schmerzhaften Verdauungspausen - gebraucht, um die zugrundeliegende Perfidie so ganz langsam zu durchschauen.
Es besteht seine Mentalität nach aus der Perfektionierung einer mißtrauischen Begründungsorgie, die das selber Fliegen einfach nur verbietet will. (Und Mißtrauen, geht doch stets mit einem tiefsten Vertrauensverlust zwischen den Menschen einher!)
Aber Auto fahren, das darf jeder und dies jederzeit! Da existiert das Vertrauen noch, und jeder darf die Risiken des Lebens selbst entscheiden. Jedermann darf nach eigener Erkenntnisfähigkeit am Autoverkehr teilnehmen oder eben nicht, wenn es ihm zu gefährlich erscheint. Die Würde, dies eben selbst zu entscheiden, ist ihm noch zugestanden. Und wenn er als Diabetiker - durch hohen Zuckerwert halb bewußtlos und zusätzlich besoffen - eine ganze Familie über den Haufen fährt, verliert er den Führerschein noch lange nicht endgültig. Die Menschen dulden und tolerieren diese Gefahr des Lebens einfach. Auch die jungen „Discoalkoholiker“, die in bekannter Regelmäßigkeit andere zu Tode fahren... etc.
Es ist jetzt für unsere Minderheit der Sportpiloten in Wahrheit noch grotesker: Wer seinem Fliegerarzt die reine Wahrheit (zum Beispiel seine harmlosen blutdrucksenkenden Dauermedikamente) verrät, und falls dieser dann das bürokratische Gesetzesmonster wortwörtlich nimmt und penibel nach den Vorschriften verfährt, der ist bereits auf der vorläufigen Abschußliste und sei es nur, weil seine Tauglichkeit bis zur endgültigen Begutachtung und gnädiger Sondererlaubnis automatisch ruht. Niemand weiß dann wirklich, wann er vielleicht irgendwann mal wieder aus den Klauen dieser irren - uns alle bald völlig aufzehrenden - Bürokratie entlassen wird.
Aber dann ist beim LBA in Braunschweig auf jeden Fall eine Akte mit intimsten medizinischen Daten von dir angelegt und du hast unterschreiben müssen, daß du mit der Weitergabe all deiner medizinischen Befunde und mit der Kostenübernahme und weiteren Untersuchungen einverstanden bist. Ohne diese Unterschriften ist immer schlicht und sofort total Schluß mit der Tauglichkeit. „Nötigung“ ist für mich hier das richtige Wort.
Der medizinische Überwachungsstaat ist hier in Wahrheit bereits „perfekt“ ausformuliert!
Für die, die bis hierher weitergelesen haben, deshalb schon jetzt eine dringende Bemerkung:
Muß dein Fliegerarzt auch dein Hausarzt sein, der seit Jahren alles von dir weiß?
Und wie werden die Versicherungen reagieren, wenn du mit einem Tauglichkeitszeugnis fliegst, dem Fliegerarzt aber irgendetwas, für dich unbedeutend Erscheinendes, zum Beispiel deine Schwangerschaft oder deinen Heuschnupfen, verschwiegen hast? Oder wenn du mit ..... Husten oder Medikamenten oder einem der Wehwehchen aus meiner Schlagzeile ..... geflogen bist, also bei einem Unfall gar nicht tauglich warst? Nichtwissen des Gesetzes schützt dich bekanntlich nach allgemeiner Rechtsprechung in keinem Fall!
Wie ich die Versicherungen kenne, werden sie sehr schnell dahinterkommen und dann eisenhart jede Zahlung verweigern.
Und was, wenn der gläserne Datenpatient kommt?
Er dringt bereits heute mit Macht in unser aller Leben ein, z.B. durch die sogenannten Disease-Management-Programme der Krankenkassen oder durch die bereits für 2006 geplante elektronische Gesundheitskarte. Die mußt du dann demnächst natürlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Fliegerarzt abgeben. Und als Hausarzt weiß ich, von was ich da rede. Die Krankenkassen und ihre Datenbanken wissen schon heute viel zu viel über dich! Das LBA aber weiß bald noch viel mehr. Es hat jetzt schon nach diesem Gesetzestext das uneingeschränkte Recht, wirklich restlos alles über deine Gesundheit zu erfahren und in einer Akte zu verwalten, nur weil du selbst fliegen willst! Und du bekommst damit immer deinen individuellen Nasenring angelegt JAR-FCL 3 DEUTSCH hat dies alles tatsächlich bereits möglich gemacht!
Wie - in aller Welt - kam die zivilisierte Menschheit noch vor kurzem ohne diese, dem freien Menschsein, feindlichen Regeln aus? Bald wird dir deine eigene Fähigkeit, selbst über deinen Gesundheitszustand zu entscheiden, völlig verregelt und damit verriegelt sein. Die Vorraussetzungen dafür sind bei uns Sportpiloten bereits richtiges Gesetz!
Wie kommen z.B. die Schweizer, die Australier und die Amerikaner und andere Staaten ohne diese entmenschlichte Gehirnakrobatik aus?
Ich selbst habe in meiner noch naiven Jugend mal geglaubt, daß Demokratie etwas mit der Würdigung des einzelnen Menschen zu tun hat. Stattdessen fühle ich mich heute zunehmend als immer hilfloseres Opfer eines machtsüchtigen Drangsalierungsstaates, in welchem du zunehmend nur noch verwaltet und immerzu bevormundet wirst
Ich habe den Eindruck, als seien diese insuffizienten Sportflieger - infolge unendlich furchtbaren und schwersten Gesundheitsstörungen versteht sich - bisher in wahren Massen und immer nur mit katastrophal tödlichen Folgen mitten in unsere Innenstädte und auf unsere heiligen Atomkraftwerke gefallen.
Dem einen oder anderen „sachlicher“ orientierten Segelflieger mag alles das hier etwas zu emotional vorgetragen worden sein. Spätestens aber, wenn es ihn selber trifft oder sein 50-jähriger (und nicht mehr ganz supergesunder Fliegerkamerad) plötzlich nicht mehr fliegen darf und er dann alles locker an sich abtropfen lassen kann, dann - und erst dann bitte - möge er mich glaubwürdig kritisieren.
Ich jedenfalls bin aktuell außerstande mich und meine Passion am Segelfliegen von Bürokraten kreuzigen zu lassen und dann genau dies sachlich an mir zu erdulden!
Was will ich euch mit dem Gesagten mitteilen?
Zunächst will ich euch alle einfach mal über den wirklichen Text dieses Gesetzes aufklären.
Und dann bitte ich jeden, dieses Wissen an alle Fliegerkameraden beim nächsten Treffen oder per email weiterzugeben.
Dann möchte ich zunächst einmal erfahren, ob die breite Masse der Sportflieger überhaupt aufzurütteln ist oder ob ihr - die schon oder sicher bald Betroffenen - in unendlicher bürgerlicher und bestens anerzogener falscher Demut dies alles einfach über euch ergehen lassen werdet?
Da gibt es ja dieses überaus hoffähige aber supereinfältige Motto:
„Man kann ja eh nichts ändern oder machen.“
Es gibt aber keine Macht ohne die Ohnmächtigen!
Oder: Deine eingestandene und gelebte Ohnmacht ist die eigentliche tiefere Ursache dieser grenzenlos sich gebärdenden Bürokratenmacht.
Ich bitte um Ideen, wie ein uns alle schützender Gegenpol zu bilden wäre.
(Sollte ich den Eindruck gewinnen, daß mein Aufruf nur ein paar wenige Piloten interessiert und eben keinen tragfähigen Sturm der Entrüstung provoziert, dann ist die Zeit des mündigen Bürgers bei uns wohl noch nicht reif und es geht ihm noch nicht schlecht genug. Ich werde meine Aktion dann sehr schnell wieder abblasen und mich lohnenderen Zielen zuwenden.)
Nützen wir doch die gigantischen Möglichkeiten des Internet und starten so eine Art brainstorm unter denen, die - innerhalb dieser Mißtrauenskultur - auch morgen noch halbwegs frei und selbstverantwortlich fliegen wollen.
Teilt allen bitte im Forum auf www.segelflug.de eure bisherigen Erfahrungen mit, damit alle daraus lernen können! Insbesondere die bereits Betroffenen mögen sich melden.
Laßt uns gegenseitig Tipps und Tricks austauschen. Ich werde sie sammeln und eine Auswertung und Veröffentlichung versuchen! Ein newsletter ist schon eingerichtet!
Sprecht überall eure Fliegerkameraden an, denn die Mehrheit weiß noch gar nichts davon!
Macht bitte reichlich jede Menge Vorschläge, wie wir einigermaßen ungeschoren da rauskommen oder wenigstens damit leben können.
Nennt mir erfahrene Rechtsanwälte und noch Mensch gebliebene Fliegerärzte, denn die werden wir jetzt dringend brauchen. (Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat schon erstaunliche Urteile gefällt!!!)
Stellt euch einfach vor, da wütet eine völlig verkopfte, regulierungswahnsinnige Bürokratie, und verbietet uns das höchste Gut, nämlich unsere - in diesem Fall fliegerische - Freiheit,
und keiner geht hin!
Oder: Wir streichen dieses Gesetz speziell für die Sportfliegerei ersatzlos.
Es reicht uns einfach!
Was - in aller Welt - würde sich denn dann so furchtbar Schreckliches ereignen?
Euer
Dr. med. Claus-Dieter Zink (vom fotokalender-segelfliegen)
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